unbequeme Offenbarungen
Dass es diese Oper nur so selten auf die Opernbühnen dieser Welt schafft, hat sicher nicht nur etwas mit der immensen Größe der Besetzung, sondern auch mit ihrem Inhalt zu tun. Doch gerade, weil uns Bohuslav Martinu mit diesem Werk aus der Mitte des 20. Jahrhunderts einen bitteren Spiegel über die immer noch aktuellen und unerträglichen Zustände unserer vermeintlich christlichen Welt vorhält, ist es einzig richtig, mit einem solchen Werk auch einen leider notwendigen politischen Kommentar zur Gegenwart ins wohlfeile Festivalprogramm zu setzen. Dass das Publikum dieser Konfrontation nicht abgeneigt ist, sondern sich ebenso bedrücken wie beeindrucken ließ, konnte man in der Felsenreitschule im Sommer 2023 erleben.
Die Oper lebt, mehr denn je – auch als politische Bühne!

In der das Bühnengeschehen stark am Text ausrichtenden, sehr reduzierenden Regie von Simon Stone konnte Martinus eindringliche Hommage an die Menschlichkeit volle Wirkung entfalten. An seiner Seite war mein Beitrag als Spielleiter vor allem die Erarbeitung der großen Chorszenen, nach meinen „Einspringer“ bei Aida im Sommer 2022 nunmehr meine zweite Arbeit mit der Konzertvereinigung und einem bezaubernden Kinderchor.

Nicht zuletzt verdankten die Aufführungen ihren unerwarteten Erfolg vor allem dem großartigen Ensemble,
in den Hauptrollen beeindruckten
Sebastian Kohlhepp – Manolios
Sara Jakubiak – Katerina
Gabor Bretz – Priester Grigoris
Lukasz Golinski – Priester Fotis
Charles Workman – Yannakos
und viele Andere

Ich freue mich auf eine Rückkehr zu den Festspielen im Sommer 2025!