Alles ist erlaubt! – jedenfalls auf der Bühne.
Seit dem Wintersemester 2022 unterrichte ich Studierende im Fachbereich Gesang/Musiktheater im Bereich der szenischen Ausbildung für die Arbeit auf der Bühne und im Fach Interpretation / Rollenstudium.



Hänsel und Gretel
Die systematische Auseinandersetzung mit Techniken der Darstellung und des Gesangs, ebenso wie die Beschäftigung mit der (meist) historischen Bewertung der Literatur, die den Opernszenen zu Grunde liegt, ihre Interpretation für ein Publikum von heute als lebendige Darsteller von heute ist ein ganz elementarer und zentraler Baustein in der Ausbildung junger Opernsänger*innen und stellt mich als Lehrenden immer wieder vor neue, teils ungeahnte, teils natürlich auch kalkulierbare Herausforderungen. Das Spiel mit den Grenzen des Spielbaren gehört dabei ebenso selbstverständlich dazu wie die radikale Infragestellung von Traditionen – das ist spannend und im Ergebnis nie vorhersehbar. Auch ich lerne bei dieser Auseinandersetzung immer weiter Neues und freue mich sehr, Teil des Teams um Prof. Karoline Gruber zu sein und nun bereits im dritten Jahr eine Klasse junger Operngesangs-Studierender auf ihrem Weg zur und auf die Bühne begleiten zu dürfen.

Neben der kontinuierlichen Arbeit am klassischen Repertoire von Barock bis Moderne und dem Training grundlegender spielerischer Techniken in der praktischen Arbeit gehören für mich dabei vor allem ein wacher und kritischer Blick auf die aktuellen Entwicklungen der Oper und des Musiktheaters ebenso zur Lehre wie die Auseinandersetzung mit ganz praktischen Fragen: Wohin entwickelt sich das Musiktheater und was bedeutet das für die eigene Arbeit und Ausbildung? Wie verändert sich die Arbeitswirklichkeit am Theater, vor allem für Sänger*innen? Was bedeutet es für mich persönlich, wenn ich mich für eine Karriere im Bereich Oper entscheide? Schließlich geht es in der Ausbildung junger (und meinst enthusiastisch-idealistischer Menschen, die sich für Kunst entscheiden) nicht nur um die wichtigen handwerklichen Fähigkeiten, sondern auch um den Blick fürs große Ganze.